Pferdetherapie bei Depressionen

horse-91144_640Das erste Mal im Leben ein Pferd am Zügel führen. Das erste Mal einem Tier zeigen wo es langgeht. Dies könnte eine der ersten Aufgaben für Patienten sein, die an Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen leiden.

Diese neue Form der Pferdetherapie bei Depressionen nennt sich Psychohippotherapie. Dabei fungiert das Pferd meist Co-Therapeut. Ziel ist es, dass der Patient erste positive Erfahrungen im Kontakt mit einem Fremden macht. Dieser erste Kontakt, in dem der Patient eine Führungsposition übernimmt, führt zu einer Stärkung des Selbstwertgefühls. Der Betroffene erlebt Entspannung und gleichzeitig wirkt dies motivierend darauf, sein Verhalten zu ändern. Bisher wurden damit schon gute Erfolge erzielt.

Mittelpunkt der Pferdetherapie bei Depressionen ist die Interaktion zwischen Mensch und Pferd. Pferde schaffen es jeden Patienten individuell zu fördern, denn sie schaffen es wie kein Zweiter, dessen Persönlichkeit zu spiegeln, sowohl Stärken wie auch Schwächen. Gegebenenfalls fordern Pferde auch direkt eine Verhaltensänderung ein, denn um ein Pferd am Zügel zu einer bestimmten Stelle zu führen, gehören Körperspannung, Selbstbewusstsein und eine eindeutige Körpersprache. Der Therapeut übernimmt dabei die Rolle des „Übersetzers“.

Diese spezielle Pferdetherapie findet inzwischen auch Anwendung bei Menschen mit Essstörungen oder bestimmten Abhängigkeitserkrankungen. In diesen Fällen verstärkt der Kontakt mit Pferden die Körperwahrnehmung, die Bewegungsfähigkeit und die Koordination. Außerdem verbessert die Therapie die Konzentration und die Antriebskraft, baut Selbstbewusstsein auf und sorgt für mehr Ausgeglichenheit. Schon nach der zweiten Stunde sind hier Verbesserungen sichtbar.

Nach und nach wird das Verhältnis von Patient und Pferd intensiver. Die Patienten putzen, bürsten und striegeln die Tiere und stellen dadurch immer mehr Nähe her. Krönender Abschluss der Therapie kann schließlich das Reiten sein. Hier bekommen die Betroffenen ein schönes Gefühl vom Getragenwerden, von Vertrauen und Selbstvertrauen. Eine Pferdetherapie hat in all diesen Fällen mindetsens die gleiche Kraft wie ein gutes Medikament.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.